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Die Präsentation des Gemäldes Newcomer (1999) von Michel Majerus (1967–2002) ist eine Hommage von der Konschthal Esch an den vor 20 Jahren verstorbenen luxemburgischen Maler. Dieses Gemälde stammt aus einer Zeit, in der Michel Majerus auf dem Höhepunkt seiner internationalen Anerkennung stand. 1999 lud Harald Szeemann, der damalige Kurator der Hauptausstellung der Biennale von Venedig, Michel Majerus ein, eine großformatige Bildinstallation an der Fassade des zentralen Pavillons des Ausstellungsgeländes Giardini zu schaffen. Szeemann hatte das Talent von Michel Majerus während der zweiten Ausgabe der europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst Manifestain Luxemburg 1998 schätzen gelernt.

Newcomer gehört zu einer Periode, in der die Malerei von Michel Majerus beginnt sich zu verfeinern. Weniger überladen als Mitte der 1990er Jahre, enthalten die Gemälde aus dieser Zeit am Ende des Jahrtausends nur wenige Bildelemente.

Newcomer bildet da keine Ausnahme: Die fast quadratische Fläche der Leinwand ist mit nur wenigen Elementen versehen, darunter ein „Zip“: eine rote Linie, wie sie Barnett Newman zur Unterteilung seiner Bilder verwendet hat.

Das Wort Newcomer ist in einer „Techno“-Typografie dargestellt, deren Form die Bedeutung des Wortes verkörpert. Die Wörter und Slogans, die einen wesentlichen Teil des Bildvokabulars von Michel Majerus ausmachen, sind nichts anderes als Wiederholungen, die er nach Belieben zitiert und die zwischen einem ironischen Kommentar, einem Verweis auf die Kunstgeschichte und einer Kritik an der Konsumästhetik oszillieren. Diese Zweideutigkeit des Zitats geht über die einfachen Abwandlungen der Pop Art der 1960er Jahre hinaus, indem sie eine Dosis Zynismus hinzufügt, die für die Vertreter der „Generation X“ in den 1990er Jahren sehr typisch ist.

Darüber hinaus zeigt die Konschthal Esch den Dokumentarfilm Michel Majerus - Next Step (2021) der luxemburgischen Regisseurin Anne Schiltz. Der Film erzählt vom Leben und der Karriere dieses produktiven Malers und stellt die Frage, wie man das Werk eines Künstlers nach seinem frühen Tod am Leben erhält.

Michel Majerus - Next Step (2021)
Farbvideo, Ton - 59 min.
Deutsche Sprache, englische Untertitel
Produziert von Anne Schroeder / Samsa Film

Anne Schiltz studierte am Granada Centre for Visual Anthropology an der Universität Manchester. Sie lebt und arbeitet in Luxemburg. Zu ihren Dokumentarfilmen gehören The Sweet Life and All That Goes with It (2002) und Gordian Troeller Revisited - Eritrea (2007). Ihr besonderes Interesse gilt der Musik, wie ihr erster Dokumentarspielfilm Cello Tales (2013) zeigt, der die Beziehung von Musikern zu ihrem Instrument untersucht, sowie Co u ra n ts d‘airs (2017), der sich mit drei luxemburgischen Komponistinnen beschäftigt. Ihr neuer Dokumentarfilm Next Step verfolgt das Leben und die Karriere des Künstlers Michel Majerus.

Zusätzliche Information

  • Art Aktuelle Ausstellung
  • Künstler/in, Künstler/innen Michel Majerus
  • Ort Floor 01
  • Kurator/in, Kuratoren/innen Christian Mosar