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11:00 - 20:00

Im Rahmen der Ausstellung état bruit präsentiert die Konschthal Esch Sound Matters, eine Sonntag¬sreihe, die der Bedeutung von Klang und Zuhören gewidmet sind. Jede Veranstaltung verbindet ein öffentliches Gespräch mit eingeladenen Gästen und ein kollektives Hörerlebnis. Gemeinsam reflektieren wir darüber, was wir hören, was wir ausblenden und wie das Zuhören unsere Wahrnehmung von Raum, Gesellschaft und voneinander prägt.

Durch fokussierte Gespräche und gemeinsames Hörmomente untersucht die Reihe, wie Klang uns umgibt, uns beeinflusst und uns mitunter überwältigt – sie zeigt dabei, dass Klang nicht bloß ein Hintergrundgeräusch ist, sondern eine kraftvolle Dimension unserer Erfahrung und unseres Verständnisses der Welt.

Session 1 – Was hören wir nicht?
Während dieser Session, betitel „Was hören wir nicht?“, werden wir Formen des Zuhörens erkunden, die über unsere gewohnten physiologischen, sozialen und politischen Frequenzbereiche hinausgehen, und dabei fragen, was unserer Aufmerksamkeit entgeht, obwohl es prägt, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und erleben.

Ziel ist es, das Hören vom Vertrauten, Erwartbaren und Wiedererkennbaren wegzubewegen und stattdessen auf Klänge zu achten, die wir oft überhören oder nicht zu hören wissen. Dieses Unhörbare ist weder Stille noch einfach nur Lärm. Vielmehr verweist es auf die unbemerkten Schichten unserer Umgebungen und Körper, die beeinflussen, wie wir Realität wahrnehmen, selbst wenn wir uns dessen nicht vollständig bewusst sind. Durch Reflexion, Gespräch und kollektives Zuhören laden die Beiträge das Publikum dazu ein zu erkunden, was hörbar wird, wenn wir unsere Aufmerksamkeit verschieben: ein Hören an den Grenzen der Wahrnehmung, jenseits des Menschlichen, und die Öffnung hin zu anderen Arten des Wahrnehmens und Verstehens der Welt.

Biografien

Salomé Voegelin ist Künstlerin und Autorin und beschäftigt sich mit Hören und Klangproduktion als sozio-politischer Praxis. Ausgehend von der relationalen Logik des Klangs richtet sie ihren Fokus auf das Dazwischen und das Liminale – Orte, an denen verschiedene Disziplinen aufeinandertreffen und undiszipliniertes Wissen hervorbringen. Im Rahmen ihres Interesses an der Gestaltung eines „sonischen Planeten“ nimmt sie das Unsichtbare und das Relationale als Ausgangspunkt, um mit musikalischen und klanglichen Sensibilitäten die Welt in ihrer Unteilbarkeit neu zu denken. Darüber hinaus verfasst sie Artikel und wissenschaftliche Texte sowie Bücher, Texte und Textpartituren für Performance und Publikation. Ihre jüngsten Bücher Uncurating Sound: Knowledge with Voice and Hands (Bloomsbury, 2023) und Unperforming the Dream House (ActiveRat, 2023) beschäftigen sich mit dem „Undoing“ als produktiver Loslösung von Wissen und Werten aus historischen Referenzen und kanonischen Rahmen, um neue Denk- und Arbeitsweisen zu ermöglichen. Sie ist Professorin für Sound am London College of Communication, University of the Arts London.

Pablo Diserens (geb. 1994, they/iel) ist Field Recordist, Künstlerin sowie Mitbegründerin und Kurator*in des Verlags forms of minutiae. Pablo widmet sich Hörpraktiken, nicht-menschlichen Realitäten und möglichen Formen interspezifischen Zusammenlebens. Verankert in ökologischer Auseinandersetzung und Ortsspezifik betont ihre Arbeit das Hören als politische Praxis, die Präsenz und Durchlässigkeit in den Mittelpunkt stellt, um eine radikale planetare Verflechtung zu denken. Inspiriert von der durchlässigen Haut von Amphibien versteht Pablo Hören als einen Zustand der Porosität – ein Werden, in dem die Grenzen zwischen Selbst und Welt in einen kontinuierlichen Austausch übergehen. In der Praxis arbeitet Diserens mit einer Vielzahl von Mikrofonen, um die feinen, oft unbekannten und unhörbaren Klänge von Tieren, geologischen Prozessen und Technologien wahrnehmbar zu machen. Diese werden zu ökoakustischen Kompositionen verwoben, die die klanglichen Eigenschaften verschiedener Umgebungen hervorheben. Klänge verbinden sich dabei gelegentlich mit visuellen und textlichen Elementen und entfalten sich in räumlichen Installationen und experimentellen Filmformaten. In Solidarität mit einem verletzten Planeten bewegt sich Diserens in hydrofeministischen, posthumanistischen und polymorphen Formen des Seins und der Transformation zwischen nicht-menschlichen Körpern. Ihre Arbeit lädt dazu ein, sich auf die Gegenwart einzustimmen und die Beziehung zur Welt und ihren biotischen Gemeinschaften neu zu denken.

Sprache : EN (übersetzt ins FR)

Kostenlos | Keine Einschreibung erforderlich.

Zusätzliche Information

  • Allgemein Für alle